Am besten ist es, man erstellt sich selbst erstmal ein Dokument, in dem man aufschreibt, wie ein Auftrag von der Erlangung bis zum Abschluss abläuft.
Hier erkennen Sie dann schon selbst, ob ein Antrag auf die Anerkennung als Freiberufler Sinn macht.
Stellen Sie sich nun folgende Fragen:
- Wie beschreibe ich meinen Job?: Wichtig ist hier, dass Ihre Kenntnisse spezieller, vorübergehender Natur sind und im Normalfall in einer Firma nicht vorhanden sind und auch nicht müssen. Es benötigt schließlich niemand internes Wissen, wie man eine SAP-Umgebung, oder einen Web-Dienst aufbaut. Die Pflege hinterher sollte dann allerdings in der Hand des Betreibers liegen. Das bedeutet also, Sie führen ein Projekt durch, schulen die zukünftigen Betreiber und übergeben die Pflege des Produktes in firmeninterne Hände. Dazu gehört auch die Übergabe der Projektdokumentation um eventuell andere Freiberufler Ihren Job fortführen lassen zu können.
- Handle ich, oder vermittele ich Wissen? Das Finanzamt wird Sie nur als Freiberufler anerkennen, wenn Sie NICHT handeln. Dazu sollten Sie sich Ihre Projektverträge mal genauer ansehen. Sie können für einen Kunden eine Webpräsenz erstellen, oder Sie können beim Kunden Ihre Programmiererfahrung in eine Website einbringen. Der Unterschied ist; Im Ersten Fall liefern Sie ein Produkt. Somit kann Ihnen das als Handel ausgelegt werden. Im Zweiten Falle programmieren Sie im Kundenauftrage einzelne Seiten und Funktionen, das Gesamtwerk wird aber in Kundenhand bleiben.
- Kann ich als Scheinselbständiger gelten? Obacht, hier ist eine Gefahr, wenn ein Projekt sehr lange dauert. Man kann länger für eine Firma arbeiten, sollte aber unterschiedliche Verträge haben. Um erst gar keinen Verdacht aufkommen zu lassen, kann man z.B. nur 6-Monats-Veträge mit leicht unterschiedlichen Projektinhalten anstreben, die dann z.B. die Erstellung eines Projektes für Deutschland und anschliessend für Tochterfirmen, oder Auslandslokationen beinhalten. Dies bedeutet natürlich, dass man mit Ihnen zufrieden war und gibt Auskunft über Ihre gute Arbeit. Wenn Sie das mit einem DAX-Unternehmen verbinden können, dann haben Sie die “halbe Miete” schon verdient.